Deutschland - (k)eine Diskussionskultur
Wenn man sich Reden anhört, die im Deutschen Bundestag gehalten werden, packt einen immer wieder das kalte Grausen. Plattitüden, Verallgemeinerungen, persönliche Angriffe, Beschuldigungen und Beleidigungen. Inhaltlich wird oft gar nichts gesagt, null.
In diesem Punkt leisten unsere Volksvertreter erstklassige Arbeit - sie vertreten das Volk perfekt. Die Welle der Aufregung, die Eva Herman mit ihrem Buch "Das Eva-Prinzip" losgetreten hat zeigt nämlich, dass Medien und der Mensch auf der Straße genau das ebenfalls vortrefflich können: verbal aufeinander eindreschen, ohne was zum Thema zu sagen. Das an sich ist schon gravierender und trauriger als alle polemisierenden Bücher, die je erscheinen mögen, nur merkt es niemand.
Dem Buch liegt die Feststellung zugrunde, dass es eine Schieflage unserer Gesellschaft gibt. Viele Leute sind trotz aller Freiheiten und den Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung mit ihrem Leben und in ihren Beziehungen unzufrieden. Im Zusammenhang damit bleibt häufig die Fürsorge der Kinder oder gar das Kinderkriegen an sich auf der Strecke. Eva Herman stellt in provokanter Weise die These auf, dass eine Rückbesinnung auf die alte Rollenverteilung dem entgegen wirken könnte; mit der Frau als Ruhepol zuhause, sich vorrangig um Haushalt und Familie kümmernd.
Statt sich nun mit dieser Aussage zu beschäftigen, Sinn, Unsinn und mögliche Wirkungen im Detail zu betrachten, fühlen sich Deutschlands Feministinnen samt ihrer männlichen Wasserträger pauschal auf den Schlips getreten und greifen geschlossen zum verbalen Baseballschläger. Es gilt, Eva Herman als Person zu demontieren und unmöglich zu machen, so wie es selbstverständlich auch ihre Aussagen sind.
Doch was ist damit: Ich selbst habe schon mit dem Gedanken gespielt, beruflich zurück zu stecken und mich als Hausmann um Wohnung und Kinder zu kümmern. Und zwar nicht in der Opferrolle ("Einer muss es ja tun...") sondern aktiv mit dem Ziel, auch wieder mehr zu mir zu finden und zufriedener zu werden! Inklusive vollem Erhalt der Selbstachtung, da so ein "bisschen Haushalt" wirklich einen A**** voll Arbeit bedeutet. Arbeit allerdings, die man gerne und aus Überzeugung für die geliebte Familie tut.
Für diese Überlegung habe ich also Hohn und Spott verdient, da sie in etwa dem entspricht, was Frau Herman postuliert? Oder ist das plötzlich doch was anderes, weil ich ja ein Mann bin? Das ist doch absurd! Wir sind freie Menschen und suchen unseren Weg selbst. Dahinter steht nicht tumbe Rückkehr zu alten Werten sondern Erkennen und initiatives Beheben von Schwachstellen im Lebensbild; verbunden mit Entscheidungen, die jeder Mann und jede Frau für sich selbst treffen muss und in unserer Gesellschaft zum Glück auch darf.
Medien und Feministinnen verkennen das gerne und glauben, alle müssten kollektiv ihre ach so moderne und natürlich einzig richtige Sicht der Welt teilen. In diesem Sinne sind Alice Schwarzer & Co. mit ihrem Emanzipations-Imperialismus genauso verbohrt und kleinkariert wie unsere Urgroßväter Anno 1920, die den Frauen am Tisch das Sprechen verbieten wollten. Heute hat gefälligst jeder zu reden, ob sie/er will oder nicht!

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